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"ERNA ist eine tolle Sache"


Gespräch mit Peter Stöhr, Flötist und Leiter der Musikschule Offenburg und Elena Wagner, Pianistin und Korrepetitorin



ERNA: Was habt ihr heute eingespielt?


P.S.: Leichte, einfache Stücke, die schon Kinder ab 7 Jahren spielen können, je nachdem, wann sie mit der Querflöte anfangen, bis vielleicht 11 oder 12 Jahren. Nette, häufig gespielte Stücke.


ERNA: Was ist das Besondere am Musizieren im Studio?


E.W.: Für das Klavier ist es eine andere Herausforderung. Der Fokus liegt mehr auf dem Visuellen, d.h. man muss zusätzlich zum Klavierspiel noch andere Dinge beachten.


ERNA: Was ist das konkret?


E.W.: Das Einzählen spielt eine noch größere Rolle, der Charakter der Stücke muss mehr mit dem Körper ausgedrückt werden (zärtlich, energievoll,…), überhaupt wie man sich bewegt, der Blickkontakt mit einer nicht vorhandenen Person ist speziell. Jedes Kind muss mitspielen können.


P.S.: Die beiden Instrumente werden ja in getrennten Räumen aufgenommen, d.h. der atmosphärische Kontakt ist nicht gegeben. Wenn man normalerweise miteinander musiziert, holt man gemeinsam Luft, ein blindes Verständnis entsteht. Durch diese Trennung im Studio muss man noch präziser sein, noch aufmerksamer.


An dieser Stelle ergänzt Tonmeister Chris Német: Eigentlich ist es eine verkehrte Welt: Normalerweise führt die Solist*in und die Pianist*in folgt, hier, bei den Aufnahmen für ERNA, ist es umgekehrt: die Solist*in muss der Pianist*in folgen. Das natürliche Zusammenspiel ist durch eine Scheibe behindert, Atmen übers Mikrofon nicht so einfach. Es ist schon eine ganz besondere Herausforderung, die durch Übertreibung in Gestik und Mimik kompensiert werden muss.


ERNA: Muss man sich auf diese Art von Konzert anders vorbereiten?


E.W.: Ja, auf jeden Fall. Ich muss anders üben, aber es ist positiv, es ist eine sehr interessante Erfahrung. Man muss die Stücke auf eine andere Art kennen und man muss auch die Solostimme sehr gut kennen.


ERNA: Was denkt ihr über ERNA?


P.S.: Das ist schon eine tolle Sache. Qualität auf diesem Niveau, das findet man in dieser Form sonst nicht.


Aber natürlich gilt: nichts kann das echte Musizieren ersetzen! Auch im Unterricht ist die Präsenz das Allerwichtigste.


Als Werkzeug zum Üben und für den Unterricht, ist ERNA wunderbar. Als Ergänzung bringt das nur Vorteile. So kann man schnell in den Unterricht die Klavierbegleitung einbauen, Playalongs gibt es ja bisher nur von den großen Werken. Das Charmante ist, dass es in der ERNA-App auch Schülerliteratur gibt.

Und es ist doch so, dass digitale Technologien im Moment eine besonders große Rolle spielen und sie dies sicherlich in Zukunft auch tun werden. In der Pandemiezeit haben Musiker*innen, Schüler*innen und Eltern diesbezüglich viel dazugelernt. Vieles von dem, was wir nun an digitalen Helfern benutzen, wird bleiben.


E.W.: bestätigt diese Vermutung.


Meine Schüler*innen arbeiten jetzt schon (in der Testphase) mit ERNA. Das wird sehr gut angenommen. Auch die Neugierde wird geweckt, die Schüler*innen hören in der ERNA Mediathek Stücke, die ihnen gefallen, die sie gerne lernen möchten, was ein zusätzlicher, schöner Effekt ist. So lernen sie gleich die Klavierstimme dazu kennen.


ERNA: Welche Erfahrung machen sie diesbezüglich als Leiter einer Musikschule?


P.S.: Das ist ganz unterschiedlich, es gibt überwiegend positive Rückmeldungen, aber auch Vorbehalte, vereinzelt sogar Ablehnung.

Durch den virtuellen Unterricht haben sich bei manchen Lehrer*innen schon eigene Konzepte und Herangehensweisen entwickelt, sie wollen sich nichts vorschreiben lassen und das mache ich auch nicht.

An unserer Schule wollen wir ERNA in großem Stil nutzen. Hier ist uns die Unterstützung des Ortenaukreises eine große Hilfe. Es wird den Lehrkräften aber freigestellt sein, diese Plattform zu nutzen. In der Schule ist aber alles dafür vorbereitet: wir haben in jedem Unterrichtsraum W-Lan und schnelle Leitungen.


ERNA: Gibt es noch Wünsche oder Anmerkungen?


Es braucht bald die Möglichkeit, ERNA mit Bluetooth-Boxen verbinden zu können, mehr Werke in der Mediathek und optimalerweise die Implementierung von Sirius.


E.W.: Es macht viel Spaß, hier zu arbeiten.


ERNA: Vielen Dank für das ehrliche Gespräch.

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